Politische Instabilität

Nachdem 1963 die Republik ausgerufen wurde, folgten Wahlen, die von Wahlterror und Betrug geprägt waren. Im Januar 1966 führte die Armee einen Staatstreich durch und stürzte die Regierung. Das löste anfangs Erleichterung aus, führte dann aber zu weiteren Spannungen.

Der Militärgouverneur konnte die politischen und gesellschaftlichen Probleme Nigerias nicht lösen und wurde selbst Opfer eines Staatstreich im Juli 1966. Die Gewalt eskalierte mit Massakern gegen die Ibo im Norden und gegen die Hausa im Osten. Der neue Militärführer versuchte, das Land zusammenzuhalten, aber das Vertrauen zwischen den Regionen war zerstört. Es wurde über eine mögliche Teilung des Landes gesprochen, diese Idee wurde aber verworfen, da verschieden Interessen miteinander kollidierten. (Q1, Q10)

Instabile Regierungen, Korruption, ethnische Spannungen durch die imperialistische Grenzfestigung und innerstaatliche Konflikte führten zum Biafra-Krieg. Der Konflikt zwischen der nigerianischen Regierung und der separatistischen Bewegung der Igbo trug sich von 1967-1970 aus und endete mit der Unabhängigkeitserklärung von Biafra. (Q6)

Bis 1990 folgten weitere Putschen die zu wechselnden Regierungen führten und die Demokratisierung nicht vorantrieben. 1995 wurde Nigeria aus dem Commonwealth of Nations ausgeschlossen. 1998 wurde die Demokratisierung eingesetzt. Ein Jahr später wurde der Militärpräsident Präsident von Nigeria und sorgte für die Wiederaufnahme des Commonwealth

Die Innerpolitische Unruhe hält bis heute an. 2020 protestierten Nigerianer*innen gegen Polizeigewalt, wobei dutzende Menschen von Sicherheitsleuten erschossen wurde.

Nigeria ist laut der Verfassung von 1999 eine föderale Präsidialrepublik. Der Präsident ist das Staatsoberhaupt und der Regierungschef, leitet die Exekutive und ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Die Legislative bildet die Nationalversammlung bestehend aus 2 Kammern. Es gibt 36 Wahlkreise für die 36 Bundesstaaten. Die Verfassung wird allerdings für ihre stark zentralistischen Elemente kritisiert. (Q2)